Hast du Lust, deinem Surfboard mit einer selbst erstellten Boardgrafik mehr Individualität zu verleihen?
Oder hast du dich schon mal gefragt, wie du zu deinem Surfboard eine „Beziehung“ aufbaust?
Du schaust es dir immer wieder an. Die Form, die Rails, Top und Bottom oder Nose und Tail?
Alles harmoniert, doch es fehlt das gewisse Etwas?
Meiner Meinung nach, kannst du mit einer eigenen Boardgrafik genau das erreichen.
Bei mir hat es bisher auf jeden Fall immer super funktioniert. Du beschäftigst dich mit deinem Board und „freundest“ dich so, auf eine gewisse Weise, mit ihm an.
Ich finde es sehr wichtig, dass man seinen neuen „Wellenbegleiter“ richtig kennen lernt.
Hier zeige ich dir, wie du mit Hilfe von Posca Markern eine einfache, gut aussehende, individuelle Grafik auf deinem Surfboard erstellst.

So denkst du dir deine eigene Boardgrafik aus!

„Ist ja alles recht und gut, aber künstlerisch begabt sind leider nur die Anderen“, denkst du dir? Keine Sorge, Du musst nicht van Gogh oder da Vinci sein, um auf eine cool aussehende Boardgrafik zu kommen. Ich bin auch kein Designer. Denke einfach! Ich nehme mir meistens eine grafische Form als Grundlage. Quadrate, Recht- oder Dreiecke, Kreise, Sterne oder schlichte Streifen ergeben meistens einen coolen Look.
Anregung kannst du dir hier holen.

Oder schau hier, was der Profi umsetzt.
Als Nächstes solltest du dir Gedanken über die Farben machen. Nimm nicht so viele verschiedene. Drei oder vier haben sich bewährt. Ich persönlich mag Rot, Grün und Blau ganz gerne. Und Schwarz für die Konturen. Wenn du etwas mit Farbverläufen machen willst, benötigst du zu der kräftigen Farbe jeweils noch eine Hellere. Rot und Orange oder Blau und Hellblau sind beispielsweise passend.
Nun hast du deine Form und die Farben im Kopf. Super! Jetzt kannst du kreativ werden. Nimm ein Blatt Papier und skizziere deine Vorstellungen auf. Schneide Formen aus und lege sie nach deinen Vorstellungen hin. Wenn du gerne am PC eine Vorlage erstellen willst, kannst du ganz einfach Word nehmen. So mach ich es meistens. Dort ist es möglich ganz einfach verschiedene Formen her zuholen, Farben auszuprobieren und beliebig anzuordnen.
Mache dir auf jeden Fall genügend Gedanken. Kannst du deine Vorstellungen auch wirklich umsetzten? Sei dir im Klaren darüber, dass du bei einem Surfboard nur eine Chance hast. Mach also keinen „Schnellschuss“. Schlicht und einfach, sei hier nochmal erwähnt!
Bei mir entsteht eine neue Boardgrafik meistens über Wochen in meinen Gedanken. Irgendwann mache ich dann in Word einen groben Entwurf, drucke ihn aus und schaue ihn mir immer noch ein paar Mal an, um zu überlegen, wie er umsetzbar ist.

So erstellst du dir eine geeignete Vorlage

Die Art meiner Grafiken bestehen eigentlich immer aus schwarzen Konturen, die dann farbig ausgefüllt werden. Bei den letzten Vorlagen habe ich verschiedene Dinge ausprobiert, die alle gut funktionierten. Je nach dem ist es mehr oder weniger Aufwand.
Einmal habe ich einen Karton zu einem Rechteck zugeschnitten und die Kanten dann mit glattem Isolierband umklebt. Damit war es dann leicht, die Konturen der Rechtecke auf das Board aufzutragen. Dies war wohl die Art mit dem wenigsten Aufwand und Materialverschleiß.
Etwas aufwendiger war es, mit Hilfe von Isolierband, lange geschwungene Linien die sich immer wieder schneiden, aufzubringen. Die großen Felder der geschwungenen Linien wurden dann nochmal in kleinere Felder unterteilt und dann farbig ausgemalt.
Wenn du es etwas professioneller angehen willst, kannst du dir auch eine Vorlage auf Klebefolie plotten lassen. Diese wird dann mit einer Übertragungsfolie auf das Surfboard geklebt. So habe ich es z.B. bei meiner neusten Grafik gemacht.
Es ist aber wirklich nicht nötig, sich für viel Geld Vorlagen erstellen zu lassen. Schau einfach mal im Keller oder der Abstellkammer nach. Es finden sich immer irgendwelche Hilfsmittel. Ein Joghurtbecher kann auch eine gute Vorlage für einen Kreis sein.

Diese Materialien benötigst du, um deine Boardgrafik zu erstellen.

Bei den Materialien kommt es natürlich ein bisschen darauf an, was du umsetzen willst. Je nach dem ist das Ein oder Andere dann weg zu lassen oder zusätzlich dazu zu nehmen.
  • Feines Schleifpapier
  • Posca Marker
  • Dünner schwarzer Edding zum ausbessern
  • Bleistift zum vorzeichnen einer Freihandgrafik
  • Jeweils ein feuchtes und ein trockenes Tuch
  • Pinsel in verschiedenen Größen mit festen Borsten
  • Wasserglas zum Pinsel reinigen
  • Küchentücher oder einige alte Lappen zum Pinsel abtupfen oder um Fehler wegzuwischen
  • Ein Stück Karton für eine Vorlagenform, Isolierband oder andere geeignete Vorlagenformen
  • Schere
  • Cutter-Messer
  • Verdünnung, um Farbreste oder Fehler zu entfernen
  • Klarlack in der Sprühdose. Unbedingt UV-beständig und natürlich wasserfest.
    Geh dafür in den Fachhandel und lass dich beraten!
  • Zwei Böcke mit weicher Polsterung

So bereitest du das Surfboard zum Auftragen der Grafik vor

Behandle mit dem Schleifpapier die Stellen, an denen später die Grafik aufgetragen werden soll. Leicht anschleifen reicht. Danach entfernst du mit einem feuchten Tuch den entstandenen Staub. Schließlich reibst du alles trocken. Achte darauf, dass der ganze Staub weg ist und es keine feuchten Stellen mehr gibt.
Zur Vorbereitung solltest du auf jeden Fall irgendwo einige „Probemalereien“
machen. Wie schon weiter oben angesprochen, hast du nur eine Chance auf dei nem geliebten Board. Mach also einige Striche auf einer Probeunterlage mit den Markern und schau, wie viel du auftragen musst und wie sich die Stifte handhaben lassen.
Pumpe auch alle Marker vorher auf und mach immer, beispielsweise auf einem Karton, einen Probestrich bevor du auf dem Board loslegst! Es erfordert anfangs schon etwas Übung, mit den Stiften umzugehen.

Wie du die eigene Grafik auf dem Surfboard anbringst

Du hast deine Grafik vor dem inneren Auge oder besser, auf einem Blatt Papier genau vor dir? Dann kann‘s endlich ans Eingemachte gehen. Trage zu Anfang alle Konturen mit dem schwarzen Stift auf. Lasse dir zwischen dem Auftragen der einzelnen Konturen genügend Zeit, bis die Farbe getrocknet ist. Es soll ja nichts verwischen. Du hast ja hoffentlich, wie im vorherigen Abschnitt angesprochen, Proben gemacht und weißt demnach, wo die Schwierigkeiten liegen.
Die Konturen sind fertig und gut getrocknet? Es nimmt langsam Form an und es gefällt dir? Cool!
Bringen wir nun die Farben ins Spiel! Wie du etwas einfarbig ausmalst brauche ich wohl nicht zu sagen. Das bekommst du auch alleine hin. Ich möchte dir lieber erklären, wie die schönen Farbverläufe zu Stande kommen. In beiden Fällen rate ich dir, die Farben nicht zu dick aufzutragen.
Nehmen wir als Beispiel einen Kreis, bei dem du einen Kugeleffekt erzielen willst. Nimm eine dunkle und eine helle Farbe, die vom Ton her zueinander passen. Rot und Orange wären gut. Teile dir den Kreis gedanklich in drei Teile ein.
Den mittleren lässt du weiß und die beiden äußeren Teile malst du jeweils mit der dunklen und der hellen Farbe aus. Versuche nicht genau am Rand anzusetzen. Lasse etwa ein bis zwei Millimeter Platz. Den Rest kannst du dann im nächsten Schritt mit dem Pinsel nachbessern.
Warte jetzt nicht, bis alles getrocknet ist, sondern nimm gleich einen Pinsel in geeigneter Größe.
Nun verstreichst und verwischst du in kreisförmigen Bewegungen die Beiden Farben. Die aufgetragene Farbmenge sollte auch für die weiß gelassene Stelle ausreichen. Wenn nicht kannst du auch nochmal nachbessern.
Pinsel auswaschen und trocken tupfen! Farbe trocknen lassen! Nächster Kreis! Wenn alle Formen ausgemalt und trocken sind, kannst du noch mit dem dünnen schwarzen Stift die Fehler ausbessern. Lasse die Farben jetzt am besten einen Tag lang oder über Nacht trocknen.

Versiegele dein Kunstwerk!

Beim Klarlack solltest du auf jeden Fall auf UV-Beständigkeit und natürlich Wasserfestigkeit achten. Kaufe nicht unbedingt ein billiges Produkt im Internet, sondern geh lieber in den Fachhandel und lass dich beraten. Ich habe einiges ausprobiert und auch Fehler gemacht. Bei mir hat sich matter
Lack aus dem Autofachhandel bewährt.
Nimm die Versiegelung mit Klarlack im Freien oder gut belüfteten Raum vor! Schaue auch, dass

nichts, was keinen Lack abbekommen darf, sich in der näheren Umgebung befindet! Das Board sollte unbedingt liegen. Wenn es an der Wand steht, läuft der Lack nach unten. Das wollen wir ja nicht. Lies dir auch die Anwendungsbeschreibung auf der Sprühdose durch oder lasse sie dir vom Fachmann erklären.

Die Versiegelung mit dem Klarlack führst du besser in mehreren dünnen Schichten durch. Zwei oder drei sollten reichen. Mache auch hier auf jeden Fall vorher ein paar Probesprühungen auf einem alten Karton. Wenn du den Umgang mit Sprühdosen nicht gewohnt bist kann es passieren, dass du zu fest drückst und zu viel auf eine Stelle aufträgst.

Jetzt musst du das Ganze nur noch richtig trocknen lassen und fertig ist dein individuelles Board!
Wenn du es noch ein bisschen ausweiten willst, kannst du die Grafik auch noch auf die Finnen übertragen. So erhältst du einen einheitlichen Look.

Fazit zur Erstellung der eigenen Boardgrafik

Wie du siehst, ist es wirklich nicht schwer, deinem Surfboard ein bisschen Individualität zu verleihen.

Denke dir eine einfache Grafik aus und teste sie, bevordu dich an dein Board machst. Hole dir Anregungen aus dem Internet. Werde kreativ! Mache dir ausreichend Gedanken, was du mit deinen Fähigkeiten umsetzten kannst.
Auf meiner Webseite www.teardropsurf.de kannst du meine Bretter auch im Einsatz sehen. Das Board mit den Kreisen ist jetzt seit über vier Monaten, fast jeden Tag im Wasser und die Grafik hält immer noch einwandfrei. Diese habe ich übrigens, wie oben beschrieben, erstellt. Da vor ein paar Tagen eins meiner Boards gebrochen ist, wird es im Sommer auch eine neue Boardgrafik geben.
Hast du noch irgendwelche Fragen zur Erstellung deiner eigenen Boardgrafik? Hast du auch ein paar Tipps und Anregungen, was man unbedingt beachten sollte? Vielleicht hast du ja auch schon eine eigene Boardgrafik umgesetzt. Schreib doch einfach einen Kommentar, wenn du Fragen, Anregungen oder sonst eine Story hast.
Dieser Beitrag kommt von Markus Warth, weitere Inhalte von ihm findet ihr in seinem Surfblog unter www.teardropsurf.de.

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