Die Sonne geht auf, du spürst die Wärme der Sonnenstrahlen auf deiner Haut und du willst endlich loslegen. Du springst auf Dein Brett und rast die Straße hinab. Ein zwei schöne Turns, ein Cutty und einen fetten Snap. Sachen die du vermutlich noch nicht mal auf dem Wasser kannst. Doch auf dem schwarzen Untergrund hast Du Dich in den letzten Wochen um ein Vielfaches verbessert.

Wie das geht? Was es bringt? Und vor allem was kostet das Ganze? Nun, ich möchte gerne meine Erfahrung mit dem „Carver-Skateboard“ mit Dir teilen.

Ich habe mir ein eigenes Skateboard zusammengestellt, das mit Hilfe spezieller Achsen und einem etwas härterem Deck das Surfen auf die Straße bringen soll. Mittlerweile lassen sich einige Hersteller, wie Carver, Smoothstar oder SurfSkate finden, die einem das Surfgefühl auf der Straße ermöglichen sollen. Zwischen den einzelnen Produkten gibt es nur geringe Unterschiede. Im Wesentlichen besteht ein jedes Board aus den üblichen Bestandteilen eines Skateboards:

  • Achsen/Trucks
  • Deck
  • Rollen
  • Kugellager

Achse / Truck

c7TruckUnterschiede zum herkömmlichen Longboard oder Skateboard lassen sich – neben dem Deck – vor allem in der Frontachse finden. Durch eine zusätzliche Rotationsachse ist diese nicht nur zu den Seiten neigbar, sondern auch drehbar. In meinem Fall ist es die „Carver C7“-Truck.

Durch den großen Bewegungs- und Rotationsraum der Vorderachse lassen sich engere Kurven fahren. Die stabilere Hinterachse wirkt dabei wie die Finnen eines Surfboards und hält das Brett stabil in der Spur. Dieses Zusammenspiel aus den beiden Achsen ermöglicht tatsächlich ein surfähnliches Gefühl auf der Straße. Dieses Grundprinzip wird von allen Herstellern in ähnlichen Varianten verwendet.

Deck

IMG-20150918-WA0003Hier hat man die Qual der Wahl. Ob lang und schmal, oder kurz und breit, mit Kicktail oder ohne, hängt ganz davon ab wie gut Du bist und wohin Du möchtest. Als Anfänger ist man gut mit einem längeren Deck und somit weiterem Achsabstand beraten. Dadurch lässt sich das Gleichgewicht und die Körperhaltung verbessern. Langfristig werden technisch saubere Turns erlernt. Ein kürzeres Deck und somit ein engerer Achsenabstand helfen dir deine Turns kraftvoller zu gestalten. Als Fortgeschrittener wirst Du den Einsatz des Oberkörpers verbessern und schaffst es sogar, dass das Tail ausbricht.

Prinzipiell ist ein härteres Deck, ähnlich einem Skateboard zu empfehlen, da durch einen zu starken Flex (Longboard) viel Kraft verloren geht. Anschaulich erklärt haben das die Kollegen von Smoothstar.

Rollen und Kugellager

IMG-20151017-WA0005Bei den Rollen kommt es auf die Härte an. Zu hart, und du rutschst nur weg.

Zu weich, und deine Rollen nutzen sich zu schnell ab. Es empfiehlt sich die Angaben des Herstellers zu beachten. Rollen zwischen 60 mm und 75mm Durchmesser und einer Härte von ca. 78A sind zu empfehlen.

Was kostet das neue Board?

Neue Komplett-Bretter kosten zwischen 250 € und 350€, je nach Hersteller.

Wenn Du Glück hast, dann kommst Du günstig an Einzelteile ran. Das teuerste  sind die Trucks, die habe ich auf eBay für 80 € gebraucht ersteigert. Das erste Deck hat mich 15 € gekostet und habe ich auf einem Flohmarkt mitgenommen. Rollen und Kugellager sind neu für ca. 60 € zu haben. Alles in Allem habe ich ca. 150€ für mein Board ausgegeben.

Was bringt es?

Skate StudieDass das Brett jede Mark wert ist, soll Dir diese kleine Bilderreihe zeigen.

Das bin Ich nach nur zwei Wochen mit dem Carver-Board. Wie Du siehst, versuche Ich möglichst tief zu gehen, um einen kraftvollen Turn zu fahren. Durch das Aufrichten nach dem Turn halte ich die Geschwindigkeit um direkt danach weiter zu fahren. Schon in den ersten Wochen mit dem Carver-Board habe ich spürbare Fortschritte in meiner Technik bemerkt. Vorher stand Ich lediglich zwei bis drei Monate auf einem Longboard, das heißt auch Du kannst schnell Fortschritte erzielen.

Am Anfang bin ich nur langsam gerollt um mein Gleichgewicht auf dem Skateboard zu verbessern. Durch das Pumpen des  Boards (Dreh- und Beugebewegungen des Körpers), konnte ich nach und nach Geschwindigkeit aufbauen. Dank des Speeds versuchte ich mich nun an Carves und Snapbacks, denn die geben einem das richtige Surfgefühl. Jetzt nur noch Vdeos studieren um die Technik zu verfeinern und im nächsten Surfurlaub das Lineup rippen.

Fazit und Links

Ich kann das Board jedem nur wärmstens ans Herz legen. Jeder landlocked Surfer wie ich, bei dem selbst die nächste Flusswelle zig Kilometer entfernt ist, wird begeistert sein. Selbst eine einfache Straße reicht aus, um an sich zu arbeiten und sich zu verbessern. Wem das auf Dauer zu öde ist, der kann sich auch im nächsten Skater Park und in den Pools dieser Welt austoben.

Falls Du nun angefixt bist, findest du hier die Links zu Carver, Smoothstar und SurfSkate. Andernfalls schau doch mal bei deinem lokalen Skateshop vorbei. Und wenn Du den passenden Skatepark in deiner Nähe suchst, den findest Du bei Skatemap.

Beitrag geschrieben von Manuel Schuler

Quelle:

Links: 

Achse: http://thumbnail.image.rakuten.co.jp/

http://www.carverskateboards.com/

Alle anderen Bilder privat erstellt, Rechte bei Manuel Schuler

http://www.smoothstar.com/

http://surfskate.com/

http://www.skatemap.de/

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